28.02.2016 / Artikel / /

Privat-Nachhilfe für den Gemeinderat?

Aufgeschreckt von der turbulenten November-Gemeindeversammlung offeriert ein unabhängiges, interdisziplinäres Spezialisten-Komitee „Zukunft Richterswil“ dem Gemeinderat Privatnachhilfe, vorweg beim Sparen. Es ortet Sparpotential im Umgang mit den „im Giesskannenprinzip“ ausgegebenen Steuergeldern und möchte die eigenen Kompetenzen ehrenamtlich an Stelle teurer externer Berater einbringen. Schade, dass eine im Kern interessante Idee eines „Think-Tank“ so arrogant daherkommt! Denn seit der Pausenplatz-Zeit weiss jede/r, dass nur die Dummen Nachhilfe benötigen. Wen wundert’s, dass der düpierte Gemeinderat reflexartig moniert, die Bevölkerung solle sich gefälligst vermehrt am „Gestern-Heute-Morgen“ oder an der Gemeindeversammlung einbringen. Allerdings werden auch da Äpfel mit Birnen verglichen, weil bei diesen Gelegenheiten für die Bürger bekanntlich kaum noch echte Mitwirkung, sondern nur die JA/Nein-Alternative zur fertigen Vorlage möglich ist. – Als richtungsweisendes Beispiel für eine konstruktive „Zukunft Richterswil“ sei das Gemeinde-Projekt „RED“ (Revitalisierung Dorfkern) unseres CVP-Gemeinderates Hansjörg Germann hervorgehoben. Dieses erarbeitet mit interessierten Bürgern, lokalen Organisationen und externen Fachleuten Vorschläge über die künftige Nutzung und Gestaltung des Richterswiler Dorfkerns. Die Vorschläge werden öffentlich kommuniziert und sollen in die Meinungsbildung der Behörden einfliessen. Zwar generiert solches Vorgehen für die Betroffenen einiges an Mehr-Arbeit und ist mit der erforderlichen Qualität, entgegen der Ansicht des Nachhilfe-Komitees, nicht gratis zu haben. Es ist jedoch wohl zielführender und billiger als das bisherige Abstimmen über pfannenfertige Vorlagen aus dem gemeinderätlichen Elfenbeinturm, welche schliesslich vom Stimmvolk mangels Akzeptanz abgeschmettert werden. – An die Adresse des Nachhilfe-Komitees sei erinnert, dass bei den letzten Gemeindewahlen kaum genügend Mitglieder für die Behörden und Kommissionen, speziell auch für die Rechnungsprüfungskommission, rekrutiert werden konnten. Das begrüssenswerte Engagement dieser zwölf Bürger lässt hoffen, dass zumindest das Kandidaten-Manko in zwei Jahren behoben sein dürfte.