20.03.2016 / Artikel / /

unfaire Präferenz Dornröschens zulasten des hässlichen Entleins?

Auch nach oder gerade wegen der Budget-Abstimmung vom 10. März rauchen in Richterswil die Köpfe ob dem Remise-Projekt. Dieses – um beim Bild der ZSZ zu bleiben – träumt davon, vom schwächelnden Fiskus-Prinzen aus dem Dornröschen-Schlaf geküsst und in eine attraktive Gastro-Nixe am lieblichen Seegestade verwandelt zu werden. – Nebst all dem Remise-Gezänk unbeachtet, erscheint der Verkauf des 3-Könige unvermeidlich: Versilbern für die Einen getreu einer investitionsneutralen Liegenschaften-Strategie, verscherbeln für die Anderen zur Querfinanzierung der von den Liegenschaften-Strategen unfair favorisierten Remise. Die offizielle Begründung für den 3-Könige-Verkauf lautet, der – von ebendiesen Strategen verursachte – Investitionsbedarf des zum hässlichen Entlein vernachlässigten 3-Könige sei zu hoch im Verhältnis zu jenem des Remise-Projekts. Weil beide Geschäfte unselig verkoppelt wurden, soll auch der 3-Könige-Verkauf möglichst rasch vor‘s Volk. Aber ist dafür die Zeit schon reif? Sollen wir RichterswilerInnen gleich zwei Katzen im Sack kaufen bzw. verkaufen? Heute ist erst das geschönte KATAG-Gutachten zugunsten der Remise öffentlich. Aber wo ist die Studie zum Potential des 3-Könige? Wie können die Potentiale der Remise und des 3-Könige verglichen werden, wenn für beide Optionen die Betriebs- und Nutzungskonzepte nicht bekannt sind? Wie soll SteuerzahlerIn wissen, ob ggf. berechtigte Interessen von Gemeinde und Vereinen respektiert werden? Was sie die eine oder andere oder gar eine dritte Variante unter dem Strich kosten? Was, falls sowohl Remise als 3-Könige nötig werden, weil die zwangsläufig gewinnorientiert bewirtschaftete See-Gastronomie gar nicht genügend bzw. nicht zeitgerecht Freiraum bieten kann oder will für öffentliche Veranstaltungen? Solche und weitere Fragen sollen seriös geprüft werden können. Denn unter hausgemachtem Zeitdruck schwarz malender Interessengruppen soll das ererbte Tafelsilber unserer Dorfgemeinschaft nicht unwiederbringlich verhökert werden. Vielmehr haben wir Heutigen diese – auch unter nicht finanziellen Aspekten – weitreichenden Entscheide fundiert, mit Rücksicht auf die Interessen künftiger Generationen, zu treffen.