26.06.2016 / Artikel / /

Rasch das 3-Könige verscherbeln?

Seit im Herbst 2014 die „Liegenschaften-Strategie“ präsentiert wurde, ist der Plan „Remise statt 3-Könige“ offiziell. Tatsächlich wurde er aber schon vor 8 Jahren ausgeheckt und seither still umgesetzt: Das Hotel 3-Könige wird durch systematischen Unterhalts-Stau von mittlerweile 3,7 Millionen in den Grund gefahren. Fakt ist, dass die im ZSZ-Artikel aufgelisteten, ach so teuren Unterhaltsarbeiten wie Liftsanierung oder Küchenrenovation seit Jahren bekannt und absichtlich verschleppt worden sind. Dadurch soll der 3-Könige-Verkauf zugunsten der Remise unausweichlich gemacht werden: Welcher Steuerzahler will nicht lieber 2,9 Mio Franken einnehmen als 3,7 Mio zahlen? Das macht die Remise-Investition von mindestens 4,1 Mio leichter verdaulich. – Es geht mir nicht prinzipiell gegen die Remise und für das 3-Könige. Aber beide Projekte sind noch zu intransparent, um darüber abstimmen zu können. Trotz wiederholter Forderung liegt bis heute für das 3-Könige keine Nutzungsstudie vor. Aber wie, bitte schön, sollen die Potentiale der beiden Betriebe verglichen werden können, wenn für beide Optionen die Betriebs- und Nutzungskonzepte nicht bekannt sind? Wie soll der Steuerzahler wissen, ob die Interessen von Gemeinde und Vereinen respektiert werden? Was ihn die eine oder andere oder gar eine dritte Variante unter dem Strich kosten? Was, falls sowohl Remise als 3-Könige nötig werden, weil die zwangsläufig gewinnorientiert bewirtschaftete See-Gastronomie gar nicht genügend bzw. nicht zeitgerecht Freiraum bieten kann oder will für öffentliche Veranstaltungen? Was, wenn das 3-Könige verkauft ist und der Remisen-Wirt Konkurs geht? Letzteres wäre im 3-Könige kaum ein Problem, weil der Saal vom Restaurant-Mietvertrag abgekoppelt ist. – Solche Fragen sollen seriös geprüft werden können. Der angebliche Zeitdruck ist hausgemacht, und zwar von jenen, die sich schon vor Jahren gegen das 3-Könige entschieden haben. Dazu passt, dass erst 14 Tage vor der September-Gemeindeversammlung „ausführlich informiert“ wird. Zu spät, um dann noch grundlegende Fragen zu klären. Ich hege Zweifel, ob diese Interessen-Strategie den langfristigen Interessen von uns RichterswilerInnen dient.